© Finn Fuhrmann

Lebensraum Gewässer

Land des Wassers

Gewässer prägen maßgeblich das Landschaftsbild des Naturparks Holsteinische Schweiz. Seine Region zeichnet sich durch über 200 Seen aus. Diese sind bedeutend für die Wasservogelwelt. Hier finden die Vögel Möglichkeiten zum Brüten, Fressen und Gefiederwechsel. Zudem liegt der Naturpark im Hauptzugweg der nordischen Vögel.  Hier rasten viele befiederte Gäste aus Skandinavien nachdem sie erfolgreich im Herbst die Ostsee überquert haben. Wer also egal zu welcher Jahreszeit, auf seinen Touren im Naturpark das glitzernde Blau genießt, empfehlen wir das Fernglas dabei zu haben.  Und wer im Sommer eine willkommene Abkühlung sucht, sollte die Schnorchelbrille nicht vergessen. -Denn es kann sich lohnen, die gelegentlich zauberhafte Unterwasserwelt zu betrachten, die unseren Wasservögeln reichhaltige Nahrung bietet.

Alles fließt

Neben den vielen Seen gibt es zahlreiche Fließgewässer im Naturpark. Im Bungsberggebiet entspringen zahlreiche Bäche, die sich teils mit starkem Gefälle durch Bachschluchten winden. Einige dieser Bäche vereinigen sich zur 68 km langen Schwentine, die auf ihrem Weg in die Kieler Förde zahlreiche Seen wie den Großen Eutiner See, den Kellersee, den Dieksee, den Behler See und den Großen sowie Kleinen Plöner See durchfließt. Die Verbindung der Seen durch die Schwentine erleichterte es einem Rückkehrer, das Gebiet wieder zu besiedeln: Der Fischotter kommt sowohl hier als auch in der Trave und der Schwartau wieder vor. Auch der herrlich blau schimmerndeEisvogel brütet hier.

Weitere wichtige Fließgewässer im Naturpark sind die Kossau, die Kremper Au, die Tensfelder Au und der Lachsbach.

 

Der Große Plöner See

Der Große Plöner See ist mit knapp 3.000 ha der größte, tiefste und inselreichste See Schleswig-Holsteins. Für brütende, rastende und durchziehende Vögel ist der See ein Lebensraum von internationaler Bedeutung. Die vielen Inseln werden z. B. von Graugänsen zur Brut genutzt und auch Seeadler errichten hier ihre riesigen Horste in den Kronen großer Bäume. Die kleine bewaldete Insel Sterin in der Schlossbucht vor Plön wird zudem regelmäßig als Schlafplatz von Kormoranen genutzt, die hier auch schon Brutversuche unternommen haben. Weitere brütende Wasservögel des Plöner See Gebietes sind z. B. Reiherenten, Schellenten, Blässhühner Haubentaucher, Lachmöwen sowie die seltenen Kolbenenten und Schwarzkopfmöwen. Als Brutplätze kommen dabei den wenigen nicht bewaldeten Inseln eine besondere Bedeutung für Möwen, Enten, Limikolen und Seeschwalben zu. Nach der Brutzeit wird es voll auf dem Plöner See: In Vorbereitung auf den Gefiederwechsel, die Mauser, während der viele Wasservögel nicht flugfähig sind, -und auch später im Jahr zur Überwinterung, versammeln sich mitunter tausende weitere Graugänse, Haubentaucher, Blässhühner (Blässrallen), und Reiherenten. Gerade für Blässrallen und Reiherenten sind die dichten Bestände der Wandermuschel und zunehmend der neu eingewanderten Quagga-Muschel wichtige Nahrungsgrundlage. Die Muscheln werden auch von z. B. Rotfedern gefressen, die neben zahlreichen weiteren häufigen Fischarten im See vorkommen. Eine Besonderheit größerer und tiefer Seen sind die Große und die Kleine Maräne, die hier ebenfalls leben. Eine weitere wichtige Fisch- und Vogelnahrung bilden die Zuckmücken. 

Gibt es SpongeBob?

© Anouk Fuhrmann

Ja es lebt hier SpongeBob sozusagen im Wasser. -Allerdings nicht in quadratischer Form, mit Augen, Beinen und Armen wie man ihn aus der Comicserie kennt. Schwämme sind festsitzende Tiere, die je nach Art und äußeren Bedingungen ihre Form ausbilden. –Die wenigen Arten, die bei uns in den größeren Seen oder Flüssen vorkommen, sind lange nicht so auffällig wie die Verwandten aus dem Meer. Aber wenn man das Glück hat welche zu sehen, lohnt sich immer ein näherer Blick. Bitte beachte dabei, dass du dabei ihre Position nicht veränderst, denn sie können sich zum Fressen (sie strudeln Nahrungsteilchen ein) nicht vom Platz wegbewegen.  

Die armen Fünf

© Sven Koschinski

Unter den vielen weiteren Seen des Naturparks sind auch die fünf nährstoffärmsten Schleswig-Holsteins in der Kategorie „Seen größer als 50 ha“ zu finden. Es sind der Suhrer See, der Schöhsee, der Stocksee, der Schluensee und der zweitgrößte See des Landes, der Selenter See. Klingt das Prädikat vielleicht zuerst negativ, ist es tatsächlich von großer ökologischer Bedeutung: Nährstoffarme Seen beherbergen häufig Tier- und Pflanzenarten, die in sehr nährstoffreichen Seen nicht überleben können. Wegen der geringeren Nährstoffverfügbarkeit entwickeln sich im freien Wasser auch weniger pflanzliche und tierische Mikroorganismen, was häufig zu einer großen Sichttiefe und damit Verfügbarkeit von Tageslicht noch in tieferen Zonen des Sees führt. Hier haben dann Unterwasserpflanzen, die Möglichkeit zu wachsen. Im Schluensee beispielsweise, ist diese untere Grenze des Wachstums für Unterwasserpflanzen an einigen Stellen über 9 m tief! In solchen Seen haben seltene Pflanzen, wie das Mittlere Nixkraut, mehrere Laichkraut-Arten oder die Armleuchteralgen einen Lebensraum. Letztere erinnern tatsächlich an Armleuchter, mit ihren regelmäßig angeordneten Seitentrieben, auf denen die kleinen, rundlichen Geschlechtsorgane sitzen, wie Kerzen. Im Schluensee kommen gleich fünf Armleuchteralgen-Arten vor. Viele der heute nährstoffreichen Seen wären von Natur aus nährstoffarm. Anthropogene Einträge von Phosphor und Stickstoff sind daher ein Problem.

Schon gewusst?

Blässhuhn auf Norddeutsch:

Blässhühner nennt man hier auch liebevoll „Zappen“ und man sagt in Norddeutschland gerne zu etwas das sehr dunkel oder schwarz ist „zappenduster“. Sie gehören zur Lieblingsspeise des Seeadlers.

Kleingewässer- ein Tummelplatz für Amphibien und Vögel

© Sven Koschinski

Typisch für die Landschaft der Holsteinischen Schweiz sind auch ihre vielen Kleingewässer, die sich häufig in Senken inmitten von Acker- oder Grünlandflächen finden. Sie können wichtige Laichgewässer für Amphibien, wie Erdkröte, Rotbauchunke, Gras-, Moor-, Teich- und Laubfrosch, sowie Teich- und Kammmolch sein. Sie alle schätzen Kleingewässer, die gut besonnt sind. Zum Zwecke der Karpfenzucht wurden an mehreren Orten im Naturpark teils schon vor Jahrhunderten Teiche angelegt. Ein Beispiel sind die Lebrader Teiche, die heute Naturschutzgebiet sind und eine hohe Bedeutung für Wasservögel haben. Neben den Wasserflächen sind auch die ausgedehnten Schilfbestände ein wichtiger Lebensraum der von Rohrdommel, Rohrweihe, Wasser- und Tüpfelralle und Rohrsängerarten genutzt wird.

Grünland

© S. Fuhrmann

Knick

© Finn Fuhrmann

Wald

© S. Fuhrmann

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