© Sonja Fuhrmann

Entstehung der Landschaft

Eiszeit sei Dank

Mit zahlreichen Seen und Fließgewässern, sanften Hügeln, Tälern und lichten Laubwäldern liegt der Naturpark Holsteinische Schweiz in der abwechslungsreichsten Landschaft Schleswig-Holsteins: dem Östlichen Hügelland. Vor allem die Eiszeit prägte diese Landschaft – ohne sie läge das Gebiet heute unter dem Meeresspiegel. Der Naturpark Holsteinische Schweiz umfasst insgesamt ein Gebiet von ca. 75.000 ha.

Die Geschichte reicht weit zurück

Der Bungsberg entsteht

Der mit 167 Metern höchste Berg von Schleswig-Holstein, ist der im Naturpark gelegene Bungsberg bei Schönwalde. Er wurde in einer frühen eiszeitlichen Ära, der Saaleeiszeit, vor mehr als 150.000 Jahren aufgetürmt und hat die nachfolgende Weichsel-Eiszeit schadlos überstanden. Die späteren Eismassen schürften ihn nämlich nicht ab, sondern zerteilten sich an seinem Fuß und umflossen ihn zangenförmig. Der Bungsberg blieb eine eisfreie Insel, was die Eisforscher nach dem Ausdruck der Inuit als "Nunatak" bezeichneten - das bedeutet so viel wie "Einsamer Berg".

 

Von Gletschern geformt

Vor ungefähr 115.000 Jahren begann die letzte Eiszeit, die sogenannte Weichsel-Eiszeit, bei der sich Gletscher aus Skandinavien unaufhaltsam ausdehnten. Das Weltklima war damals 3° C kälter als heute. Die Gletscherzungen schliffen auf ihrem Weg ungeheure Mengen Gestein mit sich. Sie schürften wie Bulldozer Rinnen aus und schoben Material zusammen. Auf dem Höhepunkt der Vereisung war fast die gesamte Osthälfte Schleswig-Holsteins mit einer mehrere Meter dicken Eisschicht bedeckt.

Eis geht & Seen entstehen

Beim Abschmelzen des Eises vor etwa 10.000 Jahren blieben unmengen von Gesteinsmassen zurück: Sie bilden heute die charakteristische hügelige Landschaft mit Grund- und Endmoränen. In den Betten der ehemaligen Gletscherflüsse, den ausgeschürften Rinnen und dort, wo das Eis erst sehr spät abschmolz (Toteislöcher), sammelte sich Wasser. So entstanden zahlreiche Seen in der Holsteinischen Schweiz, von denen mehr als 70 über 1 Hektar groß sind. Viele der heutigen Seen reihen sich wie eine Perlenkette aneinander und werden von der Schwentine durchflossen, die bei Kiel in die Ostsee mündet.

An einer Stelle lagen gleich zwei Eiszungen dicht beieinander, sodass sich dort eine besonders große Hohlform gebildet hat, die an einzelnen Stellen bis zu 60 Metern tief ist: der Große Plöner See. Die zahlreichen kleinen Inseln im Großen Plöner See entstanden größtenteils jedoch erst bei einer Wasserstandsabsenkung Ende des 19. Jahrhunderts.

Spannende Überreste zum Anfassen

Viele der als Versteinerung erhaltenen Überreste von Tieren und Pflanzen aus früheren Epochen der Erdgeschichte werden im Kiesabbau wieder ans Tageslicht befördert und von begeisterten Besuchern gesammelt. Diese Überreste längst vergangener Zeiten und vieles mehr kann man zum Beispiel auf dem Urzeithof in Stolpe oder im Eiszeitmuseum in Lütjenburg bestaunen. Über das Jahr verteilt gibt es außerdem immer wieder spannende Naturpark-Veranstaltungen für alle Interessierten zum Thema Fossilien sammeln und weiteren Natur-Themen.
 
Eine weitere geologische Besonderheit des Naturparks Holsteinische Schweiz findet sich bei Bad Segeberg. Dort erhebt sich ein steiler grauer Felsen und überragt die umgebende Landschaft: der Kalkberg. Er entstand durch Salztektonik, also  durch die Eigenschaften und die Bewegungen der Salzgesteine. Heute wird die durch den Abbau entstandene Schlucht als spektakuläre Kulisse für die Karl-May-Festspiele genutzt. Im Kalkberg befindet sich auch die Kalkberghöhle. Sie bietet zehntausenden Fledermäusen ein Zuhause und kann im Rahmen von Führungen besichtigt werden.

 

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