Knicks

Charakteristisch für die Landschaft sind die Knicks (Wallhecken), deren Sträucher mit duftenden Blüten im Frühjahr und bunten Früchten im Herbst die landwirtschaftlichen Flächen umsäumen.

Rapsfeld in der Gemeinde Nehmten, Foto: S. Fuhrmann

Die Entstehung der Knicks geht auf ein Gesetz aus dem 18. Jahrhundert zurück, das allen Bauern vorschrieb, ihr Stück Land mit „lebendem Pathwerk“ einzukoppeln. Die Knicks dienten u. a. der Feldabgrenzung, Windschutz und Holzgewinnung. Für die Holzgewinnung wurden sie im Abstand mehrerer Jahre abgeholzt („geknickt“). Im Laufe der Zeit wuchsen Bäume und Sträucher nach, die zum Wiederausschlag fähig waren, z. B. Weißdorn, Holunder, Hainbuchen und Schlehen.

Weissdornfrüchte, Foto: Jutta Schulz

Knicks stellen ein sehr artenreiches Ökosystem dar, in dem viele Singvögel brüten und Nahrung suchen und auch Kleinsäuger wie Haselmaus und Igel einen Unterschlupf finden. Die hohe ökologische Bedeutung der Knicks resultiert aus der Strukturvielfalt, denn sie stellen im Grunde zwei zusammen geschobene Waldränder mit einer Sonnen- und einer Schattenseite dar.

Verlaufen zwei Knicks nebeneinander und liegt dazwischen ein Weg, dann werden diese Doppelknicks als „Redder“ bezeichnet. In einem Redder erhöht sich die Anzahl der Tiere noch einmal um ein Vielfaches, insbesondere die der Vögel, denn dort finden sie Aussichtswarten, Nistmöglichkeiten, Schutz und Nahrung zugleich.

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