Entstehung: Eis und Schnee formten die Landschaft

Großer Plöner See, Foto: S. Fuhrmann

Vor ungefähr 120.000 Jahren begann die letzte Eiszeit, die Weichsel-Eiszeit, bei der sich Gletscher aus Skandinavien unaufhaltsam ausdehnten. Das Weltklima war damals 3° C kälter als heute. Die Gletscherzungen schliffen auf ihrem Weg ungeheure Mengen Gestein mit sich. Sie schürften wie Bulldozer Rinnen aus und schoben Material zusammen. Auf dem Höhepunkt der Vereisung war fast die gesamte Osthälfte Schleswig-Holsteins mit einer mehrere Meter dicken Eisschicht bedeckt. Beim Abschmelzen des Eises vor 10.000 - 15.000 Jahren blieben die Gesteinsmassen zurück: Sie bilden heute die charakteristische hügelige Landschaft mit Grund- und Endmoränen.

In den Betten der ehemaligen Gletscherflüsse, den ausgeschürften Rinnen und dort, wo das Eis erst sehr spät ab-schmolz (Toteisloch), sammelte sich Wasser. So entstanden zahlreiche Seen in der Holsteinischen Schweiz, von denen mehr als 70 über 1 ha groß sind. Viele der heutigen Seen reihen sich wie eine Perlenkette aneinander und werden von der Schwentine durchflossen, die bei Kiel in die Ostsee mündet.

An einer Stelle lagen gleich zwei Eiszungen dicht beieinander, sodass sich dort eine besonders große Hohlform gebildet hat, die an einzelnen Stellen bis zu 60 Metern tief ist: der Große Plöner See. Die zahlreichen kleinen Inseln im Großen Plöner See entstanden größtenteils jedoch erst bei einer Wasserstandsabsenkung Ende des 19. Jahrhunderts.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bungsberg, Foto: D. Rode

Der mit 167 Metern höchste Berg von Schleswig-Holstein, der im Naturpark gelegene  Bungsberg bei Schönwalde, hat die Weichsel-Eiszeit schadlos überstanden. Er wurde schon in einer frühen eiszeitlichen Ära vor mehr als 150.000 Jahren aufgetürmt. Die späteren Eismassen schürften ihn nicht ab, sondern zerteilten sich an seinem Fuß und umflossen ihn zangenförmig. Der Bungsberg blieb eine eisfreie Insel, was die Eisforscher nach dem Ausdruck der Inuit als "Nunatak" bezeichneten - das bedeutet so viel wie "Einsamer Berg".

 

 

Viele der als Versteinerung erhaltenen Überreste von Tieren und Pflanzen aus früheren Epochen der Erd-geschichte werden im Kiesabbau wieder ans Tageslicht befördert und von begeisterten Besuchern gesammelt.

 

Eine weitere geologische Besonderheit des Naturparks Holsteinische Schweiz findet sich bei Bad Segeberg. Dort erhebt sich ein steiler grauer Felsen und überragt die umgebende Landschaft: der "Kalkberg". Er entstand durch Salztektonik, d.h. durch die Eigenschaften und die Bewegungen der Salzgesteine. Heute wird die durch den Abbau entstandene Schlucht als spektakuläre Kulisse für die Karl-May-Festspiele genutzt.

 

Kiesgrube in Malente Kreuzfeld, Foto: D. Spitta

 

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